
2000 hatte ihn der demokratische Präsidentschaftskandidat Al Gore noch als Vizepräsidenten vorgeschlagen, nun endet die Karriere von Joe Liebermann aus Connecticut vielleicht abrupt.
Bei der parteiinternen Vorwahl in seinem Heimatstaat Connecticut schied der U.S.-Senator als Verlierer gegen seinen Herausforderer Ned Lamont um den Senatssitz des Bundesstaates aus, zumindest vorläufig. Die Entscheidung der Bundesstaatsdemokraten ist nicht ganz ohne Brisanz für das politische System der USA, wurde doch bereits 2000 sein jüdisches Bekenntnis zur Debatte, da noch nie ein U.S.-Präsident jüdischen Glaubens war. Und immerhin ist der Vizepräsident immer nur einen Herzschlag von der Präsidentschaft entfernt.
Aber auch innerparteilich zeigt sie ein tiefes Mißtrauen der Basis gegen die zögerliche und unentschlossene Haltung führender Demokratien in der Nah- und Mittelost-Politik. Obwohl der Präsidentschaftskandidat der Demokraten 2004 John F. Kerry von zahlreichen Kritikern von Präsident Bush Iraq- und Nahost-Politik unterstützt und getragen wurde, wurde diese Politik nie im U.S.-Senate gespiegelt. Auch Joe Liebermann stimmt dem Iraq-Krieg schlußendlich zu.
Ob die politische Karriere Liebermanns tatsächlich beendet ist, wird jedoch erst im November bei den sogenannten mid term elections entschieden: Liebermann tritt als unabhängiger Kandidat an. Gewinnt er den Senatssitz erneut bedeutet dies eine Schwächung der Demokraten, die dann einen weiteren Sitz einbüsen und in ihrer Oppositionsstrategie weiter geschwächt werden. Außer Liebermann tritt der demokratischen Fraktion wieder bei.