Saturday, October 28, 2006

US-Wirtschaft läuft zu den Demokraten über


Zehn Tage vor den Kongresswahlen setzt die US-Wirtschaft auf einen Sieg der Demokraten: Angesichts verheerender Umfragewerte für die Republikaner haben führende Konzerne ihre Spenden für Bushs Partei gekürzt. Die Demokraten können sich dagegen über Last-Minute-Millionen freuen.

Hamburg - Die Nachricht dürfte US-Präsident Bush nicht erfreuen: Eine sichere Geldquelle für den Wahlkampf der Republikaner sprudelt nicht mehr ganz so stark - die Demokraten erhalten dafür um so mehr Geld von der Industrie, berichtet die "New York Times" heute. Den Republikanern droht bei den Wahlen zum Senat und Repräsentantenhaus am 7. November Umfragen zufolge eine herbe Niederlage, und schon überdenken Konzerne und Wirtschafts- und Industrieverbände ihre Beziehung zum politischen Establishment. Lobbyisten, heißt es in dem Bericht, seien bereits intensiv dabei, viel versprechende politische Neulinge aus den Reihen der Demokraten für sich zu gewinnen. Veranstaltungen der Demokraten würden von Vertretern der Wirtschaft gut besucht werden, zitiert das Blatt einen Mitarbeiter der Partei.

Als Beispiel für den Wandel berichtet die "New York Times" über das Spendenverhalten des Pharmakonzerns Pfizer . Dieser habe von Januar bis September 67 Prozent seiner Spenden an Politiker der Republikaner gemacht. Im Oktober habe die Strategieabteilung des Unternehmens aber entschieden, mehr als die Hälfte der Spendenausgaben nun den Demokraten zukommen zu lassen - diese erhalten künftig 59 Prozent der Pfizer-Spenden.

Zwar überweist die Mehrheit der US-Konzerne nach wie vor mehr Geld an die Republikaner, aber nach Ansicht von Beobachtern würden die Unternehmen zunehmend ihr Spendenverhalten ändern. Derzeit würden Republikaner 57 Prozent aller Spenden der US-Wirtschaft erhalten, die Demokraten 43 Prozent. Einer Studie der "New York Times" zufolge seien die Ausgaben für republikanische Kandidaten aber vom 1. bis zum 18. Oktober um elf Prozent zugunsten der Demokraten gesunken - ein Umschwung, wie es ihn seit 1994 nicht mehr gab. "Wir kämpfen bis zu letzte Minute des letzten Tages", beschreibt William C. Miller, in der US-Handelskammer zuständig für politische Angelegenheiten, das Vorgehen der Wirtschaft. Schließlich wolle man sich alle Chancen, wer auch immer Bush im Amt folgt, offen halten.

Selbst der Rüstungskonzern Lockheed Martin , der 70 Prozent seiner Spenden den Republikanern zukommen lässt, reduzierte in den ersten Oktobertagen seine Ausgaben für die Republikaner zugunsten der Demokraten; diese erhielten 60 Prozent der Spenden des Unternehmens - insgesamt 127.000 Dollar.

Aber nicht nur im Werben um Spenden erreicht der Wahlkampf in den USA eine neue Härte - die Kandidaten beider Parteien setzen inzwischen auch im Werben um Wahlstimmen auf schmutzige Tricks. So sehen sich Politiker plötzlich öffentlich als Kunden von Prostituierten und Sex-Hotlines dargestellt oder als Freunde von Schwerverbrechern. Die "Washington Post" sieht das Niveau des Wahlkampfes ins Bodenlose sinken. Verzweifelte Kandidaten würden alles versuchen, um Konkurrenten zu beschädigen.

kaz

SPIEGEL ONLINE - 28. Oktober 2006, 09:39
URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,445189,00.html

Wednesday, October 25, 2006

Spannung bei den Democrats


Die Democrats machen es spannend. Anfang des Jahres konnte man noch hoffen, 2008 erstmals einen Präsidentschaftswahlkampf mit zwei weiblichen Kandidatinnen erleben zu können. Condoleezza Rice hat eine Kandidatur zwischenzeitlich ausgeschlossen und wird nach 2008 wohl an die Standford University in Berkley zurückkehren, um dort ihr Metier der internationalen Politik akademisch weiterzuführen.
Die Republicans machen es spannend, denn ein aussichtsreicher Kandidat zeichnet sich nicht wirklich ab.

Anders bei den Democrats. Hillary Clinton hat mehr oder weniger deutlich gemacht, dass sie antreten wird. Und nun Barak Obama. Den Senator als Illinois kennt im Ausland nahezu niemand, bei den Democrats ist er der grosse Star, seit er 2004 eine der wichtigsten Einführungsreden auf der Convention zur Inauguration von John Kerry als demokratischer Präsidentschaftskandidat hielt. Die Vorwahlen gewinnen damit an Spannungskraft, da Clinton nicht mehr die quasi geborene Kandidatin ist, sondern sich einen ernsthaften Konkurrenten zu erwehren hat.
Ein Novum ist der Wahlkampf damit trotzdem: eine Frau und ein Afro-Amerikaner. Noch nie in der U.S.-Geschichte hatte auch nur eine von beiden Gruppen den Hauch einer Chance auf die U.S.-Präsidentschaft und jetzt treten sie im Doppelpack an. Vielleicht sollte man sich schon jetzt darauf einstellen, dass das demokratische Gespann für die Präsidentschaftswahlen 2008 Clinton / Obama heißt. Unklar ist nur noch, wer von beiden an der Spitze stehen wird.

Die Republicans werden schwer haben, dem etwas entgegenzusetzen. Dick Chenney, derzeit Vizepräsident, hat sich in zahlreichen Skandalen diskreditiert und gilt auch als zu Bush like. Und auch sonst ist derzeit kein Kandidat in Sicht.

Thursday, October 12, 2006

Zu viel Sex fürs Amt des Präsidenten

Nach Bill Clinton wäre er wohl der sexiest men in the Oval Office. Aber er sieht seine Chancen selbst relativ gering an, dass höchste Amt der Vereinigten Staatn von Amerika: George Clooney.

Nachdem Condoleezza Rice ihrem Chef Georg W. Bush eine Absage erteilt hat und somit der Showdown zwischen zwei Präsidentschaftskandatinnen damit ein jähes Ende nahm, sagt nun auch einer der begehrtesten Schauspieler ab und nimmt sich den Traum, zweiter Schauspieler an der Spitze der U.S.-Regierung zu werden.

Und so lichten sich langsam die Reihen der möglichen Aspiranten auf das Oval Office, die am 21. Januar 2009 an ihren neuen Schreibtisch treten und den geheimen Brief ihres Amtsvorgängers lesen dürfen.