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Friday, January 04, 2008

Die Welt schaut auf Iowa ... und auch wieder weg

Jedes mal, wenn in den USA Präsidentschaftswahlen sind, beginnt der Wahlmarathon in Iowa. In lokalen Versammlungen treffen sich die Parteimitglieder - im gesamten Staat rund 100.000 - und was rauskommt bewegt die Welt. Vier Jahre fällt der Bundesstaat Iowa wieder in den Tiefschlaf, um dieses Ritual zu wiederholen.
Was am gestrigen 3. Januar passierte, war in den letzten Wochen abzeichenbar: Barack Obama gewinnt bei den Democrats, Mike Huckabee bei den Republicans. Weniger war das so deutliche Abfallen von Rudy Giulliani, der mit vier Prozent auf einem der letzten (republikanischen) Plätze landete.

Bei der Beurteilung des Abstimmungsergebnisses muss jedoch die Frage gestellt werden, ob die Wahl für die USA überhaupt repräsentativ sind oder nicht nur ein kleines Indiz liefern für die weitere Auseinandersetzung.

  • Der Agrarstaat Iowa ist ein eher konservativ geprägter Bundesstaat. Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani wusste dies und obwohl seine Strategie riskant ist setzte er nicht auf Iowa, sondern den Super Thursday am 5. Februar. In dritter Ehe verheiratet, Befürworter der Homosexuellen-Ehe und anderer für die Christlichen nur schwer akzeptablen Forderungen konnten nicht erwarten lassen, dass er in Iowa gewinnt. Mike Huckabee dagegen bediente genau dieses Klientel und hängte Mike Romney wohl vor allem dadurch ab, dass er Christ und kein Mormone ist.
    Giuliani, landesweit immer noch der (knappe) Favorit, durfte daher zu Recht nicht mit einem besseren Abschneiden rechnen.
  • Bei den Democrats spielte die Religiösität keine ganz so grosse Rolle und deshalb ist das Wahlergebnis hier auch wesentlich interessanter. Clinton hatte nicht nur die landesweiten Umfragen angeführt, sondern auch die in Iowa. Nun stellt sich heraus, dass sie auch bei ihrer ureigensten Zielgruppe nicht so recht zieht. Sie verkörpert das Establishment, Obama den Wechsel. Und obwohl Clinton ihre Erfahrung immer herausstellte, ist auch Obama trotz seiner kurzen Senatszeit ein alter Hase im politischen Geschäft.
    Dies muss nicht auf die Dauer und über all so ein. Clinton führt immer die landesweiten Umfragen haushoch an und ob sich die Wähler von Iowa so abschrecken lassen, ist nicht wirklich wahrscheinlich.
    Clinton ist daher am Morgen nach den Caucus nicht ohne Grund nach New Hampshire zuversichtlich abgereist. Sie steht nicht mehr unter dem Druck, die Erste zu sein. Obama dagegen hat den Erfolgsdruck nun auf den Fersen und wird immer stärker beobachtet. Jeder Fehler, jede unvorsichtige Äußerung wirkt sich anders aus.

Und was ist das Fazit des 3. Januar?
Die ersten demokratischen Kandidaten haben das Handtuch geworden: Joseph Biden (Delaware) und Christopher Dodd (Connecticut). Dies war zu erwarten und beiden waren kaum Chancen eingeräumt worden.
Eine Vorentscheidung ist aber in Iowa noch nicht gefallen. Huckabee und Obama sind noch lange keine Präsidentschaftsanwärter. Umfragen in Iowa hatten den Wahlausgang voraussehbar werden lassen. Clinton ist immer noch die stärkste Kandidatin im demokratischen Feld und New Hampshire ist ein Neuenglandstaat und damit eigentlich klassischen Hillary Land. Iowa hat gewählt, Iowa fällt in den Tiefschlaf zurück und die Karawane zieht weiter.

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Saturday, January 20, 2007

Hillary Clinton´s Weg in Bildern

Szenen einer Ehe 1980: Hillary Clinton verpasst der ersten und einzigen Tochter Chelsea einen kräftigen Schmatz. Vater Bill amtiert zu der Zeit als Gouverneur des Staates Arkansas. Seine Frau hat er in den siebziger Jahren an der Eliteuni Yale kennengelernt.

Jubel 1982: Das Ehepaar triumphiert in Little Rock, Arkansas, nachdem sich Bill Clinton gegen einen parteiinternen Widersacher durchgesetzt hat. Hillary machte in dieser Zeit eigenständig Karriere und stieg zu einer der angesehensten Juristinnen der USA auf.

Fan-Kulisse 1991: Hillary und Chelsea applaudieren - soeben hat Bill Clinton bekannt gegeben, er wolle US-Präsident werden. Hillary Clinton beriet ihn im Wahlkampf.

Auf dem Erfolgsweg 1992: Clinton schmachtet telegen ihren Mann an, nachdem der die ersten Vorwahlkämpfe gewonnen hat. Schon in dieser Zeit war die Öffentlichkeit gespalten - in Hillary-Fans und Hillary-Verächter.

1992, an der Seite des mächtigsten Mannes der Welt: Hillary Clinton bei der Vereidigung ihres Mannes zum Präsidenten. In den Folgejahren wurde sie zur einflussreichsten und sichtbarsten First Lady seit Eleanor Roosevelt. Sie verzichtete allerdings darauf, ihre Karriere als Juristin fortzuführen.
Flüstertöne 1998: Hillary Clinton wahrt die Fassade - auf dieser berüchtigten Pressekonferenz sagte ihr Mann den Satz: "Ich hatte keine sexuellen Beziehungen mit dieser Frau, Frau Lewinsky." Der Präsident betrog damit nicht nur seine Frau, sondern die Öffentlichkeit. Doch als die Republikaner versuchten, ihn des Amtes zu entheben, nahm Hillary ihn gegen die "Verschwörung der Rechten" in Schutz

2000 - selbst in der ersten Reihe: Clinton gibt bekannt, dass sie sich für das Amt der Senatorin im US-Bundesstaat New York bewirbt. Sie ist die erste Frau eines US-Präsidenten, die ein politisches Amt anstrebt - und gewinnt.

Wachwechsel 2001: Hillary Clinton wird im Januar als Senatorin vereidigt. Ihr Mann aber muss wenige Tage darauf nach zwei Amtsperioden abdanken. Noch-Vizepräsident Al Gore konnte sich in einer höchst umstrittenen Präsidentschaftswahl nicht gegen George W. Bush durchsetzen.

Schwere Aufgabe 2001: Senatorin Clinton besucht am 20. September das Trümmerfeld der zerstörten Zwillingstürme in New York. In der Anfangsphase ihrer Tätigkeit als Senatorin hielt sich Clinton mit öffentlichen Auftritten ansonsten noch auffällig zurück.

2007 - im Amt gereift: Hillary Clinton, inzwischen eine der mächtigsten Figuren im US-Senat, trifft sich mit Veteranen des Irak-Kriegs. Im November 2006 haben die Demokraten erstmals seit der Amtsperiode ihres Mannes wieder die Kontrolle in beiden Kammern des Kongresses erlangt.

Saturday, February 04, 2006

Präsidentiell ...


Noch sind es fast drei Jahre, bis die USA einen neuen Präsidenten wählen und bereits jetzt wird spekuliert darüber, ob es nicht eher eine Präsidentin wird. Präsident Georg Bush höchstselbst hat Hillary Clinton bereits für präsidentiell erklärt und damit das Rennen eröffnet.

Das Rennen sei vollkommen hoffen, nachdem ein natürlicher Präsidentschaftsbewerber der Republicans nicht zur Verfügung steht - die Logik ist zwar nicht ganz einleuchtend, aber die Idee hinter einem ansich als konservativ geltenden Präsident dafür umso revolutionärer. Dick Chenney, amtierender Vizepräsident und nicht nur wegen seiner angeschlagenen Gesundheit als zukünftiger Präsident eher ungeeignet, tritt nicht an und der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber John Kerry hat sich bislang auch noch nicht erklärt. Clinton selbst gilt spätestens seit ihrer Zeit im Weißen Haus an der Seite ihres Gatten Bill als potentielle Kandidatin.

Lieber wäre Bush natürlich eine andere Kandidatin: Condoleeza Rice. Die derzeitige Außenministerin hat sich allerdings noch wesentlich weniger erklärt als Hillary Clinton. Zwei Frauen und noch dazu eine schwarze republikanische Kandidatin würden die USA für viele politisch wieder ein ganzes Stück weit in die gesellschaftliche Zukunft bringen, nachdem Bush selbst eher den Rückschritt in eine urkonservative Zeit verkörpert.